Biotopverbundprojekt
Biotopverbund
Mit der Pflanzung und Pflege von Stiel-Eichen trägt der Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen e.V. dazu bei, dass die Kulturlandschaft entlang der Mulde erhalten bleibt. Die Muldelandschaft ist überlebenswichtig für den Heldbock - ein Käfer, welcher in regelmäßigen Abständen besonnte Alteichen benötigt.
Zur erfolgreichen Vernetzung der Biotope wurde zunächst eine Arterfassung zwischen Bad Düben und Eilenburg von StegnerPlan durchgeführt. Auf Grundlage der Ergebnisse konnten Standorte mit besonders hoher Bedeutung für die Vernetzung der Lebensräume ausgewählt werden. Ein Großteil der Maßnahmen kann über das von der LANU (Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt) geförderte Projekt „Biotopverbundprojekt zum Erhalt der Kulturlandschaft und des Heldbocks in der Muldeaue“ umgesetzt werden.
Der LPV engagiert sich darüber hinaus mit Aktionen und Maßnahmen, die unter „Weitere Maßnahmen“ zu finden sind.
Biotopverbundprojekt zum Erhalt der Kulturlandschaft und des Heldbocks in der Muldeaue – Förderprojekt
Ziele
Erhalt der Kulturlandschaft durch Solitärbäume (Stiel-Eichen) entlang der Mulde
Förderung zukünftiger Generationen der streng geschützten Käferart (Heldbock) durch Pflanzung potenzieller Brutbäume
Wiederherstellung des Biotopverbundsystems für den Heldbock (Genaustausch)
Etablierung von Schattenspendern für Weidetiere
Förderung der Zusammenarbeit, des Austausches und des Verständnisses in der Region für landwirtschaftliche und naturschutzfachliche Belange
Konzept
Pflanzung der Eichen wie im unten dargestellten Schema (s. Abb. 3) mit vorheriger Bohrung von Pflanzlöchern (Verwendung von zertifizierten, autochthonen Pflanzgut, wurzelnackt)
Pflanzung der dienenden Baumart (Weide) in die Mitte der Pflanzstelle als Schattenspender für die Jungbäume (Gewinnung von Weiden-Steckhölzern auf den jeweiligen Flächen)
Stellen eines Wildschutzzaunes um die Pflanzstelle, zur Vermeidung von Fraßschäden der Weidetiere
3-jährige Anwuchspflege inklusiver mehrmaliger Wässerung pro Jahr (angepasst an die Witterung) und dem Freihalten der Baumscheibe sowie einen Pflegeschnitt der Stiel-Eichen (jährlicher Turnus). Dadurch gute Nährstoffversorgung der Bäume und eine stabile Wuchsform
Herauspflegen einer Solitär-Eiche nach etwa 5- 6 Jahren. Entnahme der konkurrierenden Stiel-Eichen aus der Pflanzstelle
Umsetzung
Zaunbau und Vorbereitung der Pflanzlöcher:
Zwischen Oktober und Dezember 2025 wurden auf vier verschiedenen Teilflächen entlang der Mulde Wildschutzzäune errichtet. Insgesamt 25 Pflanzstandorte wurden mittels Z-Profilstäben und Wildschutzzaun per Hand vor Verbiss von Wildtieren, aber auch Haustieren und Menschen gesichert. Zur Absicherung vor Frost, wurden zugleich die Pflanzlöcher ausgehoben und das gelockerte Erdmaterial wieder in die Löcher verfüllt. Die Einzelstandorte wurden bereits im Vorfeld mit den zuständigen Behörden (Untere Naturschutz- und Wasserbehörde) sowie den Pächtern und Eigentümern abgestimmt.
Pflanzaktion:
Im Dezember konnte das autochthone Pflanzgut von der Forstbaumschule abgeholt und sogleich in die Erde gebracht werden. Auf zwei Teilflächen wurde hierfür eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung mit den JuNA’s (Junge Naturwächter Eilenburg) und dem NABU Biberhof in Torgau durchgeführt.
Fortschritt
Pflege 2026
Pflege 2027
Pflege 2028
Aktuelles
Anstehende Veranstaltungen:
- JuNA-Radtour inklusive Pflege der Stiel-Eichen
Bereits vergangene Veranstaltungen finden sich unter "Weiteren Maßnahmen"
Weitere Maßnahmen
Arterfassung Stegnerplan – 2022
Aufgrund des unzureichenden Kenntnisstandes zum Vorkommen der Art in der Muldeaue erfolgte im Jahr 2022 eine systematische Erfassung von Brutbäumen des Heldbocks zwischen Eilenburg und Bad Düben, welche das Land Sachsen über die Richtlinie Natürliches Erbe gefördert hatte. Durchgeführt wurden die Kartierungen vom Planungsbüro StegnerPlan aus Bad Düben. Von insgesamt 440 aktuellen, aktuell möglichen und erloschenen Lebensstätten des Heldbocks konnten nur 31 Standorte als aktuell besiedelte Bäume eingestuft werden. Hingegen wurden 196 Bäume als endgültig erloschen identifiziert. Neben dem Festhalten der noch dicht besiedelten Areale, sogenannten ‚Hotspots‘, war es Ziel der Erfassung, räumliche Schwerpunkte festzulegen, welche zur Eichennachpflanzung sowie zur Arrondierung weiterer Flächen dienen sollen. Damit wurde der Grundstein zur Sicherung von Brutmöglichkeiten für den Käfer geschaffen. Isolierte Vorkommen des Käfers sollen langfristig in ein intaktes Biotopverbundsystem eingegliedert sein. Bisher gibt es nach wie vor „weiße Flecken“ entlang der Mulde zum Vorkommen des Heldbocks. Mitarbeiterinnen des DVL-Landesverbandes Sachsen bemühen sich aktuell weitere Kartierleistungen zwischen Eilenburg und Bennewitz in die Wege zu leiten.
Gruna
Zusätzlich zu den von der LaNU geförderten Flächen konnten in Gruna noch 10 Pflanzstandorte auf einer Weidefläche mit Stiel-Eichen bepflanzt werden. Die Durchführung konnte über mehrere Arbeitseinsätze des LPV Nordwestsachsen und Ehrenamtlichen gestemmt werden. Die Pflege kann ein engagiertet Landwirt vor Ort übernehmen.
JuNA's - Junge Naturwächter
Die Jungen Naturwächter in Eilenburg widmen sich intensiv dem Thema Muldenaue als Kulturlandschaft und Biotopverbund für den Heldbock. Bei einem ersten Treffen konnten gleich 3 Standorte mit Stiel-Eichen bepflanzt werden und es wurden viele wichtige Informationen zu den Themen ausgetauscht. Die einzelnen Meldungen finden sich hier:
Nov.2024 - Heldbock sucht neue Bude - Eichenpflanzung für die Artenvielfalt mit den JuNA's
Dez.2025 - LPV Nordwestsachsen e.V. veranstaltet Nikolaus-Pflanzfest in der Muldenaue
Doch mit der Pflanzung nicht genug! Damit auch in Zukunft der Heldbock in den Gedanken der Kinder einen Platz findet, werden regelmäßige Aktionen geplant.




