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Dokumentation und Kontrolle von Fledermausquartieren im Altkreis Delitzsch

In den nächsten 3 Jahren (2021 – 2023) führt der LPV Nordwestsachsen e.V. ein Projekt zur Dokumentation und Kontrolle bekannter Fledermausquartiere im Altkreis Delitzsch durch.

Bisher wurden die Fledermausquartiere im Altkreis Delitzsch durch Herrn Rolf Schulze, als ehrenamtlichen Naturschutzhelfer, betreut. Bereits seit 1983 befasst er sich, lange Zeit gemeinsam mit Herrn Dr. habil. Wilfried Schober, mit der Erfassung, Bestimmung und Dokumentation der Fledermäuse. Dabei konnten im gesamten Landkreis Nordsachsen 10 Fledermausarten sicher bestimmt werden. So wurden Mitte der 90 er Jahre die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus) und die Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) nachgewiesen. Außerdem konnten in den letzten Jahren auch die Zweifarbfledermaus (Vespertilio murinus) und die Nymphenfledermaus (Myotis alcathoe) gefunden werden.

Mopsfledermaus
Eingang zu einem Bunker, der Fledermäusen ein Zuhause bietet

Da der Aufwand zur Erfassung und Betreuung der Fledermausquartiere immer weiter steigt, sind diese Arbeiten nicht mehr allein ehrenamtlich zu bewältigen. Aus diesem Grund wird der LPV Nordwestsachsen e.V. in den nächsten Jahren diese Arbeiten mit übernehmen. Grundlage unseres Projektes sind die durch Herrn Schulze gesammelten Daten. Weiterhin wird es einen regen Informationsaustausch mit ihm sowie weiteren Fledermausexperten geben.

 

Blick in den Eiskeller bei Groitzsc

Aus den von Herrn Schulze bisher erhobenen Daten sind über 100 Fledermausfundorte bekannt. Gemeinsam wird eine Wertigkeitsliste erarbeitet, wonach festgelegt wird, welche Quartiere in den nächsten 3 Jahren regelmäßig kontrolliert werden sollen. Dabei sind von besonderer Wichtigkeit die bekannten Wochenstuben und deren Umgebungen, da sich hier die Populationsentwicklung der einzelnen Arten entscheidet. Zum langfristigen Erhalt der Quartiere und umgebenden Lebensräume der Fledermäuse soll eine Vorortkontrolle aller wichtiger Standorte erfolgen. Hierbei wird einerseits, soweit möglich, eine Arterfassung durchgeführt. Anderseits werden auch der Erhaltungszustand, die Habitatqualität und mögliche Gefährdungspotentiale bewertet.  

Zur nachhaltigen Sicherung der Quartiere und zum Aufbau eines Netzwerkes von Helfern und Unterstützern von Fledermäusen sollen verschiedene Seminare, Schulungen und Abendexkursionen mit Fachexperten, wie z.B. Bianca Schubert (Projektleiterin „Quartierpaten für Fledermäuse gesucht“), durchgeführt werden.

Fledermaus-Schulung beim DVL-Regionalbüro Meißen

 

Die Gewährung der Zuwendung für das Projekt erfolgt aus dem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen (EPLR) 2014-2020 nach der Richtlinie Natürliches Erbe (RL NE/2014) - Fördergegenstand B.2, Studien zur Dokumentation von Artvorkommen.

 

EPLR-Logo

SMUL