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Bündnis für den Feldhamster

Feldhamster

Der Feldhamster gehört aufgrund seines possierlichen Aussehens zum Sympathieträger in der Bevölkerung. Sein Lebensraum ist die offene Feldflur mit bindigen fruchtbaren Böden (Lößgebiete), da er nur hier seine Erdbauten anlegen und Nahrung finden kann. Gerade diese fruchtbaren Böden sind auch für die Landwirtschaft attraktiv, weshalb auf diesen Flächen intensive Landwirtschaft mit industriellen Methoden erfolgt und die Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten immer mehr zurückgeht. In den letzten Jahrzehnten führten diese Bewirtschaftungsformen zu einem sehr starken Rückgang der Feldhamsterpopulation.

 

Ursprünglich besiedelte der Feldhamster fast flächendeckend Lößgebiete in Sachsen. Heute existieren nur noch wenige Feldhamster im Gebiet des Landkreises Nordsachsen, die zur mitteldeutschen Population gehören. 

Aufgrund dieser weiter fortschreitenden negativen Bestandsentwicklung wurden Bemühungen und Maßnahmen zum Schutz des Feldhamsters in die Wege geleitet. Hierbei stellte unser Verein die Schnittstelle zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Behörden dar. Verschiedene Landwirte wurden vor Ort zur hamstergerechten Landwirtschaft beraten, damit Teilflächen im intensiv bewirtschafteten Acker als Lebensräume für den Feldhamster verbessert werden konnten. Dabei war eine erste und eine besonders häufige von den Landwirten freiwillig gewählte Maßnahme der verspätete Stoppelumbruch.

Verbreitung der Feldhamster in Sachsen (Karte: Zimmermann, LfULG (Hrsg., 2009)

 

Im Juni 2008 wurde ein Bündnis zur Rettung des Feldhamsters aus der Taufe gehoben und im Jahr 2014 verlängert. An diesem sind folgende Partner beteiligt:

  • das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL),
  • die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU),
  • der NABU Sachsen,
  • das Landratsamt Nordsachsen,
  • der Regionalbauernverband Delitzsch e. V.,
  • dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) sowie der
  • Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen e.V.

Mehrmals jährlich treffen sich die Partner, um Ergebnisse und umgesetzte Maßnahmen zu bewerten.  Aufbauend auf den gesammelten praktischen Erfahrungen mit Landwirten und den umgesetzten Maßnahmen der vorangegangenen Jahre, wurden Maßnahmen verbessert oder zusätzliche Maßnahmen ergänzt. Leider reichen wenige Jahre zur Aufwertung von Ackerlebensräumen nicht aus, um die Populationsbestände des Feldhamsters zu sichern und zu verbessern. Hinzu kam auch, dass durch besonders nasse oder sehr trockene Jahre die Population an ihre Grenzen kommt und sich die Bestände der Feldhamster trotz steigender feldhamsterfreundlicher Ackerbereiche nicht erholen konnten.

Blühwiese

Trotzdem konnten durch das Bündnis Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt werden, um eine breite Palette an Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes den Landwirten anzubieten. Auch Landwirte haben Lernprozesse und den Umgang mit den possierlichen Tieren durchlaufen und wenden mittlerweile verschiedene Bewirtschaftungsmethoden zum Erhalt des Feldhamsters an. Mittlerweile existieren viele Erkenntnisse und Erfahrungen, die eine gute Grundlage für eine weitere Optimierung von hamsterfördernden Maßnahmen bilden.

 

 

Unter anderem werden von Landwirten zur verbesserten Flächengliederung und zur Schaffung von Rückzugsräumen Ansaaten mit Kulturarten und Blühmischungen (ein- oder mehrjährig) sowie Streifen von Kulturarten oder Blattleguminosen angelegt. Optimale Lebensräume haben die Feldhamster zwar noch nicht, aber der Weg dahin ist nicht mehr so "stark gepflastert" und wird immer besser.

 

Wir hoffen, dass dieses Bündnis für das kleine possierliche Tierchen weiter aufrechterhalten wird und zu einer Belebung der Feldhamsterpopulation führt. 

 

Ergebnisse der Vermittlung (Vertragliche Verpflichtungen):

 

Jahr

Anzahl Landwirte

Fläche gesamt

2009

5

190 ha

2010

6

415 ha

2011

5

656 ha

2012

8

642 ha

2013

7

365 ha

2014

8

253 ha

2015

10

267 ha

2016

15

778 ha

2017

13

661 ha

2018

15

571 ha

2019

16

652 ha

 

Insgesamt integrierten in den vergangenen Jahren zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe in der Region Maßnahmen zum Feldhamsterschutz in die Flächenbewirtschaftung, teilweise mit finanzieller Unterstützung durch die Landesstiftung Natur und Umwelt oder Fördermittel des Freistaates Sachsen.


Mehr zum Feldhamster in Sachsen: www.hamsterschutz-sachsen.de