Gebänderte Prachtlibelle © G.Pistora
Eisvogel © G.Pistora
 

Pflege von Stillgewässern in Kämmereiforst

Letzte Woche fand ein Arbeitseinsatz von Mitarbeitenden des LPV Nordwestsachsen in Kämmereiforst statt.

Im Kämmereiforst wurden in den letzten zwei Jahren zwei Gewässer Schritt für Schritt per Hand gepflegt. Bei den jeweiligen Einsätzen wurde Geäst und übermäßiges Laub aus dem Gewässer geholt und an den Rand abgelegt. Im Gewässer führte das Laub zu einer Faulschlammbildung. Am Rand abgelegt, können Tiere in Totholzhaufen Schutz suchen, ggf. auch überwintern. Da die Gewässer in den letzten Jahren zugewachsen sind, mussten wieder neue Lichtschneisen zur Südseite des Gewässers geschaffen werden. Damit sich die Gewässer wieder erholen und für möglichst viele Lebewesen Raum bieten können, müssen die Pflegearbeiten in den nächsten Jahren fortgeführt werden. Für die schöne, aber auch schwere Arbeit sind helfende Hände gefragt. Bei Interesse können sie sich gerne beim LPV melden.

 

Hier befinden sich mehrere Stillgewässer, welche wichtige kleine Trittsteine für unsere Tierwelt bilden. Denkt man die einzelnen Gewässer als Verbund, ist die Wirkung durchaus größer als gedacht. Amphibien, Reptilien, Vögel, Fledermäuse, Insekten und größere Säugetiere nutzen Stillgewässer ganz unterschiedlich. Bei vielen „weniger mobilen“ Arten ist die Erreichbarkeit weiterer Gewässer im Umkreis durchaus überlebensrelevant für eine Population und gewährleistet den genetischen Austausch untereinander. Kommt die Mopsfledermaus beispielsweise zur nächtlichen Jagd an Gewässern vorbei, braucht ein Kammmolch das Gewässer zur Ablage von Eiern. Die Larven des Molchs sind in den ersten Monaten auf ein fischfreies, dauerhaft wasserführendes Gewässer angewiesen. Dazu kommt, dass das Kammmolchweibchen die Eier einzeln in Blätter von Pflanzen, die Unterwasser wachsen (submerser Vegetation), einwickelt. Damit sich die Unterwasserpflanzen ausbilden, benötigt ein Gewässer ein Wechselspiel aus Besonnung und Schatten. Das Licht hilft dabei, das Pflanzen unter Wasser wachsen können, welche wichtige Sauerstoffproduzenten und Nährstoffzehrer sind. Schattige Teile des Gewässers verhindern ein zu schnelles Austrocknen und Erwärmen des Gewässers. 

 

Der Kämmereiforst ist ein Natura 2000 Schutzgebiet. Das heißt, dass bestimmte Lebensräume und Arten dort erhalten werden müssen. Im besten Fall die Bedingungen verbessert werden. Der Kammmolch ist eine dieser Arten, welche im Managementplan für das Gebiet mit besonderen Schutzmaßnahmen hinterlegt ist.

 


 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Fr, 27. Februar 2026

Bild zur Meldung

Weitere Meldungen