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Eisvogel © G.Pistora
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Wespenspinne

Weibliche Wespenspinne

(Argiope bruennichi)

Wespenspinne weibliche (links), männliche (rechts)

Die Wespenspinne wird auch Tigerspinne oder Seidenbandspinne genannt. 

Die Wespenspinne ist die größte und schönste heimische Radnetzspinne die auf vielen naturbelassenen Wiesen mit hohem Graswuchs vorkommt.  Die Weibchen erreichen eine Größe von bis zu 17mm, die Männchen sind deutlich kleiner mit höchstens 6mm Körperlänge.   

In den 50er Jahren ist die Wespenspinne aus dem Mittelmeerraum in Mitteleuropa eingewandert. Sie konnte hier überleben, weil sie eine ökologische Nische bei uns vorfanden. Die Wespenspinne ernährt sich vorwiegend von Grashüpfern die in großer Zahl auf hochgewachsenen Wiesen leben. 

Wespenspinne beim Beutefang

Bei den meisten Radnetzspinnen sind die Radnetze (Fangnetze) zu schwach und zerreißen beim Aufprall der großen Grashüpfer. Die Radnetze der Wespenspinnen hingegen sind kräftig genug um mit so einem wehrhaften Beuteinsekt wie dem Grashüpfer fertig zu werden.  

 

Wespenspinnen ernähren sich von verschiedenen Insekten. Sie bevorzugen vor allem Heuschrecken, da sie auf Grund ihrer schieren Größe für sie sehr viel tierisches Eiweiß benötigen. Dieses brauchen die Spinne für die Entwicklung ihrer Eier. Dazu bauen sie in Bodennähe ein senkrechtes Radnetz, dass meist mit einem charakteristischen Zickzack- Band ausgestattet ist. 

Netz der Wespenspinne
Tarnung des Spinnennetz

Ob das „Stabiliment“ der Täuschung der Beute oder nur zur eigenen Tarnung vor Fressfeinden dient, ist wissenschaftlich noch nicht restlos geklärt.  

(Beide Funktionen können ebenso der Fall sein.)

 

Im oft dicht gesponnen Zentrum des Netzes lauert die Spinne kopfüber auf ihre Beute. 

Die Beutetiere, die in die starken Radnetze gelangen, werden blitzschnell von der Spinne lokalisiert und in Sekunden schnelle mit Spinnseide eingewickelt. Anschließend wird die Beute verpackt und im Netz aufgehängt bis die Spinne wieder Hungrig ist. Oft hängen mehrere eingewickelte Beutepakete in ihren Netzen. 

Einwicklung der Beute
Wespenspinne beim Essen

Diese Beutetiere werden betäubt und als Frischfutter hängend aufbewahrt.

Bei Gefahren versetzen die Wespenspinnen entweder das Netz in Schwingungen, damit das Zickzack- Band in der Netzmitte für die Fressfeinde nicht mehr zu erkennen ist. Oder sie lassen sich bei größerer Störung am Radnetz an einen Sicherheitsfaden aus dem Netz fallen und verstecken sich in der Bodenvegetation.  

männliche und weibliche Wespenspinne bevor der Paarung

Die Paarung findet Ende Juli bis August statt. Das Männchen wird meist vom Weibchen verspeist. Was leider oft in der Spinnenwelt der Fall ist. Da die Männchen anschließend sowieso sterben, dienen sie auf diese Weise als wichtige Eiweißquelle für die Entwicklung der Eier. Ihr Tod ist allerdings nicht um sonst. Sie sorgen mit einem Trick dafür, dass ihre Gene weitergegeben werden. Ihre Begattungsorgane brechen an der Geschlechtsöffnung des Weibchens ab und verbleiben dort. Auf diese Weise sorgt das Männchen dafür, dass sich das Weibchen mit keinem anderen Männchen mehr paaren kann.  

Ab Ende August legen die bis dahin sehr dicken Weibchen ihre Eier in kugelförmige Kokons. Die Jungspinnen schlüpfen bald aus den Eiern, überwintern aber im gut isolierten Kokon.   Sobald es warm genug ist, verlassen die Jungspinnen diesen Kokon und entwickeln sich sehr schnell zu erwachsenen Tieren.  

Wespenspinne mit Kokon

Vielen Dank an Herrn Selbmann, Fotos und Text wurden von Ihm bereitgestellt.