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Gemeinsames Praxisseminar mit dem Bauhof Krostitz an der Leine I

Bei wunderschönem Frühlingswetter haben wir am 22.03.2021 dem hochmotivierten Team des Bauhofes Krostitz den Einbau von ingenieurbiologischen Bauweisen an der Leine I näher gebracht. Hier ein paar Impressionen:

 

Zurechtsägen von Totholz

Befestigen der Strömungslenker

Pflanzen von Weidenstecklingen

Fertiger Strömungslenker


 

Fertige Lebendbuhnen

5. Praxisseminar am Strickgraben in der Gemeinde Wiedemar

Auch im Winterhalbjahr 20/21 sind wir gemeinsam mit dem Bauhof der Gemeinde Wiedemar am Strickgraben aktiv gewesen. Dieses Mal haben wir an einem begradigten und momentan unbeschatteten Abschnitt des Strickgrabens, Lebendbuhnen zur Initiierung von eigendynamischen Prozessen und zur Schaffung beschatteter Bereiche nordwestlich von Werlitzsch eingebaut. Gemeinsam mit einigen Mitarbeitern des Bauhofs Wiedemar haben wir die Lebendbuhnen aus Weidensetzstangen in die östliche Böschungsseite des Strickgrabens eingebracht.

Um solche 1,5-2 m langen und 10-20 cm dicken Setzstangen zu erhalten, musste eine 8 Jahre lang, unverschnittene Kopfweide mittels Hebebühne verschnitten werden. Anschließend konnten die Setzstangen, angespitzt mittels Motorsäge, zur Herstellung der Lebendbuhnen verwendet werden.

Anspitzen der Weidensetzstangen

Einbau der Lebendbuhnen

Zum Einbau war schweres Gerät, ein Mobilbagger, notwendig. Zunächst wurde die westliche Böschungsseite angekratzt und das gewonnene Erdmaterial auf die gegenüberliegende Seite aufgetragen. Anschließend wurden die Weidensetzstangen einzeln, mit Beginn kurz unterhalb der Böschungsoberkante, in die östliche Böschung eingebracht.

Pro Lebendbuhne wurden ca. 6 Setzstangen benötigt. Nach Einbringen dieser wurde das aufgetragene Erdmaterial rund herum befestigt und die Setzstangen auf Böschungsniveau abgesägt. Der Vorteil von Lebendbuhnen aus Weidensetzstangen liegt darin, dass sie nicht nur zu einer Verlagerung der Hauptstromlinie des Gewässers führen, sondern zeitnah austreiben können und so für zusätzliche Beschattung des Gewässers sorgen werden.

 

Absägen der Setzstangen

 

Hier sehen Sie ein Video vom Einbau einer Lebendbuhne:

 


 

4. Praxisseminar am Strickgraben in Wiesenena

 

Am Mittwoch, den 25.11.2020, haben die beiden Gewässerkoordinatoren des Landschaftspflegeverbandes Nordwestsachsen e.V. gemeinsam mit dem Bauhof Wiedemar das vierte Praxisseminar am Strickgraben in Wiesenena durchgeführt.

 

Abbagern der Böschung

Modellierung der Böschung

Zum einen wurde diesmal nordöstlich von Wiesenena eine Böschungsabflachung auf einer Länge von 10 m durchgeführt. Mit Hilfe eines mobilen Baggers wurde das Erdmaterial abgetragen, teilweise auf der anderen Böschungsseite platziert oder auf einen Traktor zum Abtransport aufgeladen. Die neu modellierte und deutliche flachere Böschung bietet bei Hochwasserereignissen zusätzlichen Retentionsraum. Gleichzeitig wurde durch das eingebrachte Totholz auf der gegenüberliegenden Böschungsseite auch die Vielfalt der Uferstrukturen erhöht.

Zum anderen wurden zwischen Werlitzsch und Wiesenena kaum beschattete Gewässerabschnitte des Strickgrabens begangen und Standorte für die Setzung von weiteren Weidenstecklingen festgelegt. Diese Stecklingspflanzungen wird der Bauhof im Laufe der nächsten Wochen eigenständig umsetzen. 

Begehung des unbeschatteten Gewässerabschnitts
Beginn der Stecklingssetzungen

Entwicklung am Strickgraben nach 1 Jahr

Im Rahmen der drei Praxisseminare wurden folgende Maßnahmen umgesetzt:

  • 1) Initialpflanzungen mit Weidenstecklingen 

Es sind über 90% der gesetzten Weidenstecklinge erfolgreich angewachsen und ausgetrieben. Es besteht damit eine gute Grundlage für einen zukünftigen standortgerechten Weidensaum am Gewässer.

Herbst 2019 Herbst 2020
Weidenstecklinge Ausgetriebene Stecklinge
  • 2) Kleinräumige Ufermodellierungen 

Das Ankratzen der Böschung und der Abtrag von Erdaushub sollen langfristig die Entwicklung eines leicht mäandrierenden Gewässerlaufes ermöglichen. Dabei werden sich Bereiche mit verschiedenen Strömungsdiversitäten entwickeln. Bereits unmittelbar nach dem Praxisseminar zeigte sich ein leicht veränderter Gewässerlauf. Es entstehen ruhigere Zonen, die eine Verdriftung des Makroozobenthos verhindern. 

Herbst 2019 Herbst 2020
Angekratzte Böschung Angekratzte Böschung nach 1 Jahr
  • 3) Einbau von Strömungslenkern aus Totholz

Durch den Einbau von Strömungslenkern aus Totholz kann eine Erhöhung der Strömungsdiversität erreicht werden. Dazu wurden an zahlreichen Stellen Totholzeinbauten vorgenommen. Teilweise erfolgte die Befestigung mit Erdaushub, teilweise auch mit Holzpfählen um ein Abdriften zu verhindern. 

Nach 1 Jahr zeigt sich eine deutlich größere Strömungsdiversität im Gewässer. Es gibt mehrere Bereiche in denen sich durch geringere Strömungsgeschwindigkeiten bereits Sediment ablagern konnte. Auch die Bildung von Rohrkolbenbewuchs ist an einzelnen Stellen bereits erfolgt.

 

Herbst 2019 Herbst 2020
Strömungslenker Rohrkolbenbewuchs im Strickgraben
Mehrere Strömungslenker im Strickgraben sich entwickelnde Strömungsdiversität am Gewässer

Drittes Praxisseminar am Strickgraben

Im Rahmen des dritten Praxisseminares wurden die geplanten Maßnahmen zum Einbau von Totholz fortgeführt. Dabei haben wir wieder gemeinsam mit Mitarbeitern des Bauhofs Wiedemar gezielt Strömungslenker zur Erhöhung der Strömungsdiversität eingebaut. Insgesamt 4 Totholzelemente konnten eingebaut werden. Zur Unterstützung der Kolkbildung wurden die Strömungslenker flussabwärts ausgerichtet. Durch das eingebaute Totholz entstehen wertvolle Schutz- und Ruhestätten für die Gewässerfauna. Dabei ein Abdriften bei Hochwassereignissen verhindert werden kann, wurden die Elemente ins Ufer eingebunden und mit Holzpfählen gesichert.

 

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Zweites Praxisseminar am Strickgraben in Wiesenena

Im Rahmen des zweiten Praxisseminares am Strickgraben in Wiesenena wurden zu Initiierung von eigendynamischen Prozessen im Rahmen der Gewässerunterhaltung stellenweise Strömungslenker aus Totholz eingebaut.

 

Auch die LVZ hat über die gemeinsame Umsetzung mit dem Bauhof Wiedemar berichtet:

LVZ Artikel vom 18.02.2020

Erstes Praxisseminar im Rahmen unseres Gewässerprojektes

Seit April 2019 sind im LPV Nordwestsachsen 2 Projektmanager für die „Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie zur Entwicklung möglichst großer Teilbereiche der Fließgewässer in den LEADER-Gebieten Dübener Heide und Delitzscher Land“ angestellt. Dieses Projekt erhält eine Förderung aus dem ELER nach Richtlinie LEADER/2014.

Am 10.10.2019 fand ein erstes Praxisseminar am Strickgraben in Wiesenena statt. Ziel war die Umsetzung von Maßnahmen zur Initiierung von eigendynamischen Prozessen im Rahmen der Gewässerunterhaltung. Nach zahlreichen Absprachen und Begehungen mit Gemeinde, Unteren Wasserbehörde und auch Pächtern konnte die praktische Umsetzung beginnen. Sie erfolgte in Zusammenarbeit mit zahlreichen Mitarbeitern des Bauhofes Wiedemar und fand unter Anleitung von Frau Löhr und Herrn Kiesewetter aus der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Nordsachsen statt. Dabei wurden sowohl kleinräumige Ufermodellierungen mit Hilfe eines Mini-Baggers, als auch Initialpflanzungen von Weidenstecklingen zur Entwicklung eines standortgerechten Weidensaums sowie zur Unterstützung der Eigendynamik des Gewässers durchgeführt. Zusätzlich wurde auch Totholz gezielt als Strömungslenker eingebaut.

Dieses Praxisseminar war der Auftakt zu einer Reihe von zukünftigen Seminaren an unterschiedlichen Fließgewässern mit verschiedenen Gemeinden und Bauhöfen.

eingebaute Strömungslenker
Arbeiten am Gewässer