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Projekt Blumenwiese

Im Herbst 2006 startete ein mehrjähriges Kooperationsprojekt mit dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft und dem Deutschen Verband für Landschaftspflege, welches Ansamungsvarianten für Begrünungs- und Renaturierungsflächen untersuchen soll. Konkret heißt das, gebietseigenes Mahd-/Saatgut artenreicher Wiesen unter wirtschaftlichen Realbedingungen in Begrünungs- und Renaturierungsverfahren zu integrieren und dessen Effekte naturschutzfachlich und ökonomisch zu dokumentieren.

 

In unserem Landkreis haben wir dazu drei verschiedene Flächen ausgesucht und mit Mahdgut von artenreichen Wiesen aus unserer Region bestückt. Eine Fläche befindet sich im Bereich des Naturlehrpfades am Grabschützer See und zwei Flächen im Stadtpark von Delitzsch.

 

Im Normalfall würde auf diese Flächen teurer Mutterboden und billiges Saatgut aufgebracht werden. Der Gebrauch dieser billigen Saatmischungen entspricht dem Saatgutverkehrsgesetz, steht aber gleichzeitig im Konflikt zum Bundesnaturschutzgesetz. Dieser Konflikt besteht darin, dass nicht heimische Pflanzen über dieses Saatgut verbreitet werden.

 

Regelsaatgutmischungen werden zwar aus teilweise in Deutschland gezüchteten Sorten zusammengestellt, die Saat selbst wird aber zu Zehntausenden an Tonnen in Übersee produziert und importiert. Dadurch besteht natürlich die Gefahr der Florenverfälschung und Einschleppung von Parasiten. Gleichzeitig werden Einheitsrasenflächen geschaffen und enorme Transportaufwendungen betrieben, während heimische Ressourcen und lokale Kompetenzen brach liegen.

 

Dieses Projekt beinhaltet Begrünungsvorhaben in Tagebauen, Straßenböschungen, Dämmen und Industriehalden in ganz Sachsen. Auf einer Fläche im Delitzscher Park kann man schon mal die Unterschiede zu einer normalen Rasenansaat betrachten. Im Herbst vergangenen Jahres wurde eine Fläche mit einer artenreichen Saatgutmischung heimischer Pflanzen versehen.

 

Den Unterschied konnte man in diesem Frühjahr riechen und sehen. Wiesenkammgras, Glatthafer, Kornrade und Mohnblumen bildeten einen farbenprächtigen Rasenteppich, der rege von Insekten besucht wird. Auf den anderen Saatflächen wird es noch einige Zeit dauern, bis sich ein buntes Blütenmeer zeigt. Doch wir denken, dass im nächsten Jahr ein sichtbarer Erfolg gegenüber den 0-8-15-Rasen zu erkennen ist. Bestimmt flattern auch wieder Schmetterlinge über die Wiesen, die wir heute nicht mehr all zu oft antreffen.