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Schwarzpappel - Charakterbaum unserer Auen

Leider selten geworden in unserem Gebiet ist die Europäische Schwarz-Pappel (populus nigra). Die feuchten Auen von Mulde und Elbe bieten eigentlich einen idealen Standort für die bedrohte Baumart. Ihren natürlichen Lebensraum hat sie über weite Teile Europas bis nach Westasien hinein. In unserer Region  ist durch Bastardisierung und Einbringung anderer Pappelarten, beispielsweise Arten aus Amerika und Anpflanzung von Pappelhybriden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Schwarzpappel immer weiter zurück gedrängt worden. So gibt es heute schätzungsweise nur noch 3000 Schwarzpappeln im Bundesgebiet.

 

Da es unser Bestreben ist, die Vielfalt der Natur zu erhalten, startete im Jahr 2006 ein Projekt zur Wiederansiedlung der Schwarz-Pappel an der Mulde. Im ersten Schritt wurden die im Altkreis Delitzsch uns bekannten existierenden Exemplare gentechnisch untersucht,  um sicherzustellen, dass wirklich nur „echte“ Schwarz-Pappeln für die Vermehrung eingesetzt werden. Einer dieser gewaltigen Spenderbäume steht direkt im Eilenburger Stadtpark am Wegrand.  

 

Es wurden erforderliche Genehmigungen für die Vermehrung bedrohter Arten eingeholt und eine Baumschule, welche die Aufzucht der Bäume übernahm, wurde gefunden. Im Frühjahr 2007 und 2008 ist die Entnahme von Stecklingen in Zusammenarbeit  mit den zuständigen Forstbehörden  und entsprechend schwerem Hebegerät durgeführt worden.


Zusätzlich konnten aus dem Biosphärenreservat „Mittlere Elbe“ eindeutig bestimmte Bäume in den so entstanden Genpool eingebracht werden. Die unterschiedlichen Standorte der „Spenderbäume“ sichern die für eine weitere Vermehrung, die günstiger weise bald ohne menschliche Hilfe in Gang kommt, notwendige genetische Vielfalt.

 

Die ersten 300 Jungpflanzen wurden bereits in der Muldenaue  nördlich der Stadt Eilenburg, ausgepflanzt. Jetzt wachsen in der Baumschule Müller ca. 3000 bis zu zwei Meter hohe Heister heran, die für Anpflanzungen in Auegebieten  zur Verfügung stehen.