Erfolge im Hamsterschutz

Diese Tierart gehört aufgrund des Aussehens zum Sympathieträger in der Bevölkerung aber auch aufgrund der bevorzugten Körnernahrung bei sehr starkem Vorkommen zum Feindbild der Landwirte. In den letzten Jahrzehnten ist ein sehr starker Rückgang der Population zu beobachten, bis hin zum regionalen Aussterben.

 

Aufgrund dieser weiter fortschreitenden negativen Bestandsentwicklung wird der Feldhamster seit vielen Jahren vielfach gesetzlich geschützt. Sein bevorzugter Lebensraum sind bewirtschaftete Ackerflächen, daher kann für diese kein Schutzgebiet eingerichtet werden. Der LPV Nordwestsachsen vor vielen Jahren die Aufgabe übernommen, zwischen den Belangen des Artenschutzes und der Landwirtschaft zum Schutz der Art zu vermitteln.

 

Grundlage für die Tätigkeit ist seit dem Jahr 2008 eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, dem Naturschutzbund Deutschland, Landesverband Sachsen sowie dem LPV Nordwestsachsen.

 

Diese Kooperationsvereinbarung wurde 2014 erneuert und mit den Partnern Regionalbauernverband Delitzsch e.V. sowie dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Außenstelle Mockrehna erweitert. Im Gebiet befindet sich die letzte bekannte Population des Freistaates. Besonders die Maßnahme des verspäteten Stoppelumbruchs wird von den Landwirten häufig gewählt.


Weitere vermittelte Maßnahmen sind die Ansaat von Kulturarten und Blühmischungen (ein- oder mehrjährig) sowie Streifenansaaten von Kulturarten oder Blattleguminosen zur verbesserten Flächengliederung und Schaffung von Rückzugsräumen.

 

Ergebnisse der Vermittlung (Vertragliche Verpflichtungen):

 

Jahr

Anzahl Landwirte

Anzahl Flächen

Fläche gesamt

2009

5

7

190 ha

2010

6

13

415 ha

2011

5

17

656 ha

2012

8

18

642 ha

2013

7

19

365 ha

 

Insgesamt integrierten in den vergangenen 5 Jahren 13 landwirtschaftliche Betriebe in der Region Maßnahmen zum Feldhamsterschutz in die Flächenbewirtschaftung, teilweise mit finanzieller Unterstützung durch die Landesstiftung Natur und Umwelt oder Fördermittel des Freistaates Sachsen.

 

Neben den vertraglichen Verpflichtungen erfolgen viele freiwillige Maßnahmen zum Schutz des Feldhamsters durch die ansässigen Betriebe, welche im Jahr 2013 auf über 300 ha dokumentiert werden konnten.

 
Mehr zum Feldhamster in Sachsen:
www.hamsterschutz-sachsen.de