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Alte Keller - ein Eldorado für Naturschützer und Historiker

11. 05. 2020

Fledermäuse sind selten geworden, stehen daher unter einem hohen Schutzstatus. Sie leben gern auf Dachböden oder in alten Kellern. Aber diese Quartiere sind rar geworden in der heutigen Zeit, denn wir machen Bauwerke dicht, so dass nicht einmal diese kleinen Flugkünstler dort eine Lücke finden. Zusammen mit Fledermausexperten und Behörden suchen wir nach Möglichkeiten, neue Quartiere für Fledermäuse einzurichten bzw. zu erhalten oder zu verbessern.  Dazu fanden bereits Kellerbesichtigungen durch unsere Mitarbeiterin Birgit Rabe und unserem Fledermausexperten Rolf Schulze statt. Frau Rabe engagiert sich nebenbei aktiv  im Eilenburger Geschichts- und Museumsverein, wodurch ihr viele geschichtliche Informationen zu Kellern in  und um Eilenburg bekannt sind. Mit diesem Hintergrundwissen wurde Geschichte und Naturschutz zusammengeführt, denn historische Informationen sind für Geschichtsvereine genauso wichtig. Alte Keller gibt es reichlich in Eilenburg und Umgebung. Eilenburg ist bekannt und berühmt für seine Bergkelleranlage. Aber auch rund um die Stadt sind vor Jahrhunderten viele Keller entstanden, die einst als Lagerraum, Eiskeller oder Bierlager genutzt wurden. Hans Mahnhardt vom Eilenburger Geschichts- und Museumsverein ist Fachmann in der Altersbestimmung dieser Anlagen. Anhand der Ziegelmaße, der Mauerart usw. ermittelt er die Bauzeit. Rolf Schulze betreut einige Kelleranlagen, in denen Fledermäuse leben. Mahnhardt und Schulze haben nun gemeinsam einen dieser Keller inspiziert, dabei Steine und Fugen vermessen. Hans Mahnhardt hat für diesen Keller die Bauzeit zwischen 1710  und 1740 festgestellt. Fazit: Fledermäuse mögen historische  Bauten.

Hans Mahnhardt hat über den Eilenburger Geschichts- und Museumsverein bereits zwei Bücher über „Steine“ verfasst. „Das Geheimnis der Steine“ und „Die Bergkeller zu Eilenburg“. Beide sind im Museumsshop in Eilenburg vorrätig und können dort erworben werden.