Die Fledermaus
(1)
Die Fledermaus ist das einzige fliegende Säugetier.
Sie fliegt mit den Händen, über die sich eine
Flughaut spannt. Die Fledermaus ist nachtaktiv und orientiert
sich in der Dunkelheit mit Ultraschallwellen
 |
Allgemeines zu
den Fledermäusen:
- Kopf-Rumpflänge, je nach
Art, 3-16 cm
- Flügelspannweite 18-70
cm
- Gewicht 3,5-80 g
- Sehr dichtes Fell, weißgrau,
grau, bronzefarben, braun oder schwarz
- Gliedmaßen, insbesondere
Hand- und Fingerknochen sind verlängert
- Eine zarte, elastische Flughaut
spannt sich über Hände und Körper
|
Fledermäuse sind keine Mäuse! Ein Blick
auf das Gebiss zeigt den Hauptunterschied:
Gebiss einer Fledermaus(Fledertiere)

Gebiss einer Maus(Nagetiere)
Die Fledermaus besitzt ein Raubtiergebiss mit langen
Eckzähnen und spitzen Backenzähnen mit denen
sie die harte Schale ihrer Beutetiere zerbeißen
kann. Die Maus hingegen besitzt (so wie alle Nagetiere)
kräftige Nagezähne mit denen sie mühelos
Holz, hartes Brot oder Nussschalen zernagen kann.
Entwicklung und Fortpflanzung:
- Kurz nach der Geburt sind die Jungen noch nackt
und blind, ihr Fell wächst erst nach einigen
Tagen
- Nach 6-8 Wochen sind die Tiere selbstständig
- Geschlechtsreife ab 2. Lebensjahren
- Paarungszeit von Ende August bis in den Spätherbst
- Tragzeit 50-76 Tage meist ein Junges, manchmal
zwei pro Jahr
- Die meisten Fledermäuse können etwa 12-
30 Jahre alt werden
Lebensweise:
- Weibchen leben während Tragzeit, Geburt und
Aufzucht der Jungen in Kolonien (so genannten Wochenstuben)
- Männchen sind Einzelgänger
- Winterschlaf von November bis März
- Den Tag verbringen Fledermäuse in ihren Verstecken.
Sie halten sich mit ihren Fußkrallen fest, hängen
nahezu reglos kopfunter, die Flügel liegen zusammengefaltet
am Körper an.
Vorkommen:
Außer am Nord- und Südpol und einigen Inseln
gibt es Fledermäuse sonst überall, sie mögen
nur Gebiete nicht, in denen es zu kalt oder zu heiß
ist. In Deutschland leben über 20 Arten. Insgesamt
gibt es auf der Welt mehr als 900 verschiedene Fledermausarten.
Ursprünglich kommen alle Fledermäuse aus dem
Süden. Um die kalten Winter in unserer Region zu
überstehen, halten die Tiere Winterschlaf. Außerdem
gibt es den Winter über keine Insekten, und damit
keine Nahrung für die Tiere.
Fledermäuse und
ihre Lebensräume
Unterschlupf:
Fledermäuse in Deutschland haben zwei Wohnungen
- ein Sommerquartier und ein Winterquartier. Manche
Fledermäuse leben in hohlen Bäumen, wie zum
Beispiel der Abendsegler oder die Wasserfledermaus.
Andere dagegen bevorzugen Höhlen und Felsspalten.
Da es aber bei uns in Deutschland nur wenige gute Höhlen
gibt, suchen sich die Fledermäuse hierzulande ihre
Sommerquartiere auch auf Dachböden von Häusern
und Kirche. Einige, wie zum Beispiel Langohren, Abendsegler
und Bechsteinfledermäuse, benutzen auch Fledermauskästen
(welche den Vogelkästen sehr ähnlich sind).
Nahrung:
Auf dem Speiseplan der Fledermäuse stehen Insekten
und Spinnen. Alle deutschen und europäischen Fledermäuse
fressen gerne kleine Insekten, wie Mücken, Fliegen,
Nachtfalter und Käfer. Fledermäuse, die sich
von Blut ernähren, gibt es in Europa nicht.
Fledermäuse haben einen sehr hohen Nahrungsbedarf.
Ihre täglich benötigte Nahrungsmenge beträgt
28-38% des Körpergewichts (Zum Vergleich: Batman
müsste als Mensch also jeden Tag etwa 28 Kilo Nahrung
zu sich nehmen!)

Fliegen mit Echoortung:
Die Ohren sind für die Fledermäuse sehr wichtig,
denn sie nutzen diese für die Orientierung durch
Echoortung diese nutzen sie, um sich auch bei absoluter
Dunkelheit zurechtzufinden. Sie senden mittels ihres
Mauls oder ihrer Nase laute, sehr kurze Töne aus.
Treffen diese Töne auf ein Objekt wie einen Baum
oder aber ein Insekt, dann gibt es jeweils verschiedene
Echos. Diese Echos hört die Fledermaus und kann
an der Art des Echos erkennen, was da in der Luft ist.
Denn ist es ein Baum, dann muss sie ausweichen, ist
es ein Insekt, will sie es fressen. Wir jedoch können
diese Töne nicht hören, da sie zu hoch für
unser Gehör sind (Ultraschallbereich).
Mit diesem System sind die Fledermäuse in der Lage,
noch auf große Entfernung genau zu erkennen, was
vor ihnen in der Luft ist. Wir Menschen haben uns dieses
System abgeschaut und verwenden es z.B. in der Seefahrt
als Echolot für die Tiefenmessung. Aber auch in
der Technik wird der Ultraschall eingesetzt.
[ ... ] |